Fühlst du es nicht ?

„Ich fühl’s gerade nicht.“

Wie oft hast du den Satz schon gesagt und gehört?

Wieviele Male davon hat er sich ehrlich angefühlt?

ch kenn ihn gut. diesen Satz.Aus eigener Erfahrung und aus tausenden Gesprächen.
Er klingt gut und verschafft gleich mal mehr Akzeptanz als "ich denke, das ist gerade nicht das richtige für mich" weil hey so nen Gedanken kann man schon mal anzweifeln, aber das Gefühl ?! Ne.

Aber ehrlich, was ich mittlerweile glaube: in den meisten Fällen ist das „ich fühl’s nicht“ eigentlich ganz einfach ein „ich will es nicht fühlen.“

Der Satz kommt meistens genau dann, wenn eine Emotion oder ein Gedanke sich breit macht, der sich unangenehm anfühlt. Ein bisschen Schmerz. Eine alte Angst, die wieder hochkommt. Die Sorge, dass sich etwas wiederholt, das schon mal wehgetan hat. Zweifelhafte Zukunftsvisionen. Und dann, ganz schnell, schieben wir das weg mit einem „Ich fühls gerade nicht“.

Aber wir fühlen fast immer mehr als nur das eine. Da kann Freude sein, mit richtig viel Leichtigkeit. Und gleichzeitig Schmerz. Unsicherheit. Vielleicht sogar eine alte Erfahrung, die noch nachwirkt. Ein Teil von dir der wirklich Bock hat. Ein anderer Teil der sagt „das kann ich mir nicht erlauben“.

Das und noch mehr kann alles da sein. Gleichzeitig.
​
Und genau da beginnt die SelbstSabotage. Nicht weil du zu wenig spürst, sondern weil du dich vor einem Teil davon wegduckst, und mit ihm auch vor dem Rest. Vor dem Wachstum. Vor dem Traum, auf den du schon jahrelang zusteuerst. Vor der Version von dir, die du eigentlich schon siehst. Dieser Teil hält dich im Muster. In der Wiederholungsschleife. Genau dort, wo du eigentlich schon längst raus willst.
​
Deshalb lade ich dich ein: das nächste Mal, wenn dieser Satz kommt, oder schon vorher, wenn du merkst, wie er sich formt, schau kurz genauer hin :
​Was fühle ich ? ​
​
Da hinzuschauen und wirklich zu fühlen, was alles da ist und dann zu differenzieren. Das ist ein großer Teil meiner Arbeit. Die eigene innere Autorität wiederzufinden. Nicht irgendeine Version von Fühlen, die glatt und angenehm bleibt, sondern die ganze, ehrliche Bandbreite.
Zu unterscheiden zwischen dem, was wahr ist, und dem, was ein altes Schutzschild ist, das du heute nicht mehr brauchst.

Die Frage ist also nie, fühlst du’s oder fühlst du’s nicht.
Sondern, was fühlst du wirklich, wenn du hinschaust.


​

Weiter
Weiter

Wann bist du gut genug?