Viel zu viel und doch nie genug
Das Wesentliche
Mir ist die Tage etwas aufgefallen, wie tief das sitzt: dieser Drang, dass ständig etwas besonderes passieren muss.
Ich liebe Abenteuer. Ich liebe es, rauszugehen und Dinge zu erleben, Neues auszuprobieren. Das ist Teil von mir. Und trotzdem ist mir die Tage durch den wohlgemeint, freudigen Freizeitideenkatalog einer lieben Freundin und ihren verdutzten Blick auf meine Wunsch nach 'NICHTS' nochmal sehr bewusst geworden, wie sehr die meisten darauf trainiert sind, dass ständig alles viel und voll sein muss. Dass man was erleben muss, wenn man schon mal hier und da ist. Dass sich ein freies Wochenende ohne Plan befremdlich anfühlt. Ein Abend, an dem man sich mal nicht verabredet hat ist zwar lang ersehnt, aber dann doch irgendwie komisch. Es fühlt sich an, als würde man was verpassen.
Ich bin jahrelange von einem Ding zum nächsten gehüpft und dabei ist mir das Eigentliche entgangen: Ich hab die Eindrücke gar nicht mehr richtig erfasst. Ich hab sie gesammelt, nicht gelebt. Irgendwann war ich so voll, dass nichts mehr reinpasste. Auch das nicht, was ich mir gewünscht habe.
Wenn ich ehrlich bin hab ich mich einfach sehr oft abgelenkt.
Vielleicht kennst du das.
Deshalb nehm ich mir gerade bewusst Tage, an denen nichts passieren muss und alles darf. Einfach nur um zum Sein. Seele schaukeln lassen. LangeWeile haben. Offline Zeiten, in denen mich keine Nachrichten erreichen. Weniger konsumieren, mehr aus mir selbst kommen lassen. Leise werden. Und dann tatsächlich hören, was da ist.
Dieses Urlaubsbild aus Schweden erinnert mich gerade täglich genau daran: mich auf 1 Sache, aufs wesentliche zu konzentrieren und den Rest leise werden lassen.
Wir nennen es liebevoll HORST - Horizont mit Stein :)
Photo Credits: Simon Graf
Was ich von dieser Offline-Outdoor-5-Tage Paddeln-Reise mit HORST nachklingend mitgenommen habe ist : Wir brauchen wieder Räume, in denen wir nicht mit Informationen bombardiert werden, in denen nichts von uns verlangt wird, in denen wir einfach im Moment sein dürfen und erkennen : es ist alles da.
Genau darum geht's im September bei Full Feeling.
RUHERAUM
Der Raum der sich nach Urlaub anfühlt und doch Alltag werden kann.
Der Raum, den wir uns insgeheim alle wünschen und doch so selten betreten, weil er sich alleine oft ungewohnt bedrohlich anfühlt.
Ich hab den Raum schon erkundet - wenn man sich mal traut, entdeckt man neue Räume, sieht klarer, hört deutlicher und erlebt nicht weniger, sondern lebendiger und erinnert sich an das, was wirklich zählt.